Richtig heizen und lüften – Heizkosten senken und Schimmel vermeiden
Richtiges Heizen und Lüften ist ein wichtiger Faktor für ein gesundes Raumklima, angemessene Heizkosten und den Schutz der Bausubstanz. Hohe Heizkosten entstehen nicht nur durch Energiepreise oder die Gebäudesubstanz, sondern können auch durch falsches Heiz- und Lüftungsverhalten beeinflusst werden. Gleichzeitig kann zu starkes Sparen beim Heizen dazu führen, dass Wände auskühlen und sich Feuchtigkeit sowie Schimmel bilden.
Für Mieter, Eigentümer und Hausverwaltungen ist deshalb wichtig: Wer regelmäßig und richtig lüftet, gleichmäßig heizt und die Luftfeuchtigkeit im Blick behält, kann Heizenergie effizienter nutzen und Feuchteschäden vorbeugen.
Mäßig, aber gleichmäßig heizen
Wohnräume sollten möglichst gleichmäßig beheizt werden. Als Orientierung gilt für Wohnräume eine Raumtemperatur von etwa 20 °C. Das entspricht bei vielen Thermostatventilen ungefähr der Einstellung „3“. Bereits ein Grad mehr Raumtemperatur kann den Heizaufwand deutlich erhöhen.
Wichtig ist auch: Heizkörper sollten nicht vollständig abgedreht werden, wenn Räume regelmäßig genutzt werden. Kühlen Wände stark aus, kann sich Feuchtigkeit leichter niederschlagen. Besonders in der kalten Jahreszeit ist es daher sinnvoller, die Heizung zu reduzieren, statt sie komplett auszuschalten.
Heizkörper freihalten
Heizkörper müssen ihre Wärme ungehindert an den Raum abgeben können. Möbel, lange Vorhänge, Verkleidungen oder direkt vor dem Heizkörper abgestellte Gegenstände behindern die Wärmeabgabe. Dadurch wird der Raum schlechter warm, das Thermostat kann nicht richtig regeln und der Energieverbrauch kann steigen.
Auch Thermostatventile sollten nicht verdeckt werden. Wenn sich direkt am Thermostat warme Luft staut, misst das Ventil eine falsche Temperatur und reguliert nicht zuverlässig.
Luftfeuchtigkeit kontrollieren
Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann Schimmel begünstigen. In Wohnräumen sollte die relative Luftfeuchtigkeit möglichst nicht dauerhaft über 60 % liegen. Ursachen für hohe Luftfeuchte sind unter anderem Kochen, Duschen, viele Pflanzen, Aquarien oder das Trocknen von Wäsche in Wohnräumen.
Zur Kontrolle empfiehlt sich ein einfaches Hygrometer oder eine kleine Wetterstation. So können Bewohner frühzeitig erkennen, wann gelüftet werden sollte.
Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster
Beim Lüften sollte ein vollständiger Luftaustausch erreicht werden. Besonders in der Heizperiode sind dauerhaft gekippte Fenster ungünstig: Die Lüftungswirkung ist meist gering, gleichzeitig kühlen Fensterlaibungen und angrenzende Wandbereiche aus. Das kann Schimmelbildung im Fensterbereich fördern.
Besser ist regelmäßiges Stoßlüften. Dabei werden die Fenster mehrmals täglich für kurze Zeit weit geöffnet. Als Orientierung werden drei bis fünf Minuten Durchzug genannt. Während der Heizperiode sollte die Heizung während des Lüftens heruntergedreht werden. Danach werden die Fenster wieder geschlossen, bevor Möbel und Wände auskühlen.
Räume nicht unbeabsichtigt „mitheizen“
Türen zu kühleren Räumen, insbesondere zum Schlafzimmer, sollten möglichst geschlossen bleiben. Warme und feuchte Luft aus Bad, Küche oder Wohnzimmer kann sonst in kühlere Räume gelangen und dort an kalten Außenwänden kondensieren. Besonders hinter großen Schränken kann sich dadurch unbemerkt Schimmel bilden.
Jeder Raum sollte passend zu seiner Nutzung beheizt und gelüftet werden. Das ist effizienter als einzelne Räume stark zu beheizen und andere Räume über offene Türen indirekt mitzuwärmen.
Schlafzimmer richtig heizen und lüften
Für Schlafzimmer wird häufig eine niedrigere Temperatur als in Wohnräumen gewählt. Als Orientierung werden etwa 16 °C genannt. Wichtig ist jedoch, dass auch Schlafzimmer regelmäßig gelüftet werden, da Menschen während der Nacht Feuchtigkeit an die Raumluft abgeben.
Gerade im Schlafzimmer sollte daher auf ausreichende Lüftung und passende Möbelabstände geachtet werden, damit Feuchtigkeit nicht hinter Schränken oder an Außenwänden kondensiert.
Möbel mit Abstand zu Außenwänden aufstellen
An kalten Außenwänden kann sich Feuchtigkeit besonders leicht niederschlagen. Stehen große Schränke, Sofas oder Betten direkt an einer Außenwand, kann die Luft hinter den Möbeln schlecht zirkulieren. Dadurch steigt das Schimmelrisiko.
Als Orientierung wird empfohlen, Möbel mindestens 5 bis 10 cm von kalten Außenwänden abzurücken. Bei großen Schränken sollte zusätzlich darauf geachtet werden, dass Luft oberhalb und unterhalb des Möbels zirkulieren kann.
Warum richtiges Heizen und Lüften auch für die Heizkostenabrechnung wichtig ist
Das individuelle Heiz- und Lüftungsverhalten wirkt sich auf den Energieverbrauch aus. In der Heizkostenabrechnung werden die Kosten grundsätzlich nach den gesetzlichen Vorgaben verteilt, unter anderem nach Verbrauch und Grundkostenanteil. Wenn einzelne Wohnungen deutlich höhere oder niedrigere Verbrauchswerte zeigen, liegt dies nicht immer an der Messtechnik oder der Abrechnung. Häufig spielen auch Nutzungsverhalten, Raumtemperaturen, Lüftungsverhalten, Möblierung und Gebäudesituation eine Rolle.
ProCalor unterstützt Hausverwaltungen, Vermieter und Eigentümergemeinschaften bei der transparenten Heizkostenabrechnung und der nachvollziehbaren Darstellung von Verbrauchsdaten. Klare Informationen zum richtigen Heizen und Lüften können helfen, Rückfragen zu reduzieren, Heizkosten besser einzuordnen und Schimmelproblemen vorzubeugen.
Kurzfassung für Mieter und Nutzer
- Wohnräume möglichst gleichmäßig beheizen
- Heizkörper und Thermostatventile nicht verdecken
- Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren
- mehrmals täglich kurz stoßlüften
- gekippte Fenster in beheizten Räumen vermeiden
- Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten
- Schlafzimmer regelmäßig lüften
- Möbel 5 bis 10 cm von kalten Außenwänden abrücken
- Wäsche möglichst nicht in Wohnräumen trocknen
Richtiges Heizen und Lüften spart Energie, verbessert das Raumklima und hilft, Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu vermeiden.
